Gedanken zum Naturschutz

Forschungsprojekt Kenia

12. Dezember 2012

 

Kurz vor Abreise noch ein paar Fotos der letzten Tage ...



Die Henne konnte nich alle ihre Küken gegen die Paviane verteidigen.



Auf einem Feigenbaum



Konkurrenz auf dem Müllhaufen


3. Dezember 2012


Morgens um sechs in Diani


Zur Abwechslung nach all den Pavianbildern schon mal ein paar Bilder von der Safari


Gepard



Löwen



Massai beim Feuermachen




21. November 2012

Einige der Jungtiere beim Abkühlen im Teich während die anderen kritisch zu schauen

 

Gemeinsame Ruhepause

 

Links ein ungefähr 10 Tage altes Baby und rechts ein drei Monate altes Jungtier bei dem die Fellfarbe von Schwarz ins Braun wechselt





12. November 2012






Nach einer Auseinandersetzung zwischen zwei Männchen



Urlaub unter Palmen: komfortable Liege, Pool und natürlich eine Kokosnuss direkt vom Baum ...



.... und Spielen auf dem Tennisplatz
 


Intensive Fellpflege



8. November 2012


Mit Geld kann mensch alles kaufen ... denn mit Geld kann mensch sich auch ein Stück Land kaufen, welches eigentlich zum geschützten Wald gehört, die Bäume darauf größtenteils fällen und Rasen aussähen. Ein Baumstumpf mit einer Holzskulptur sieht sowieso viel schöner aus, als der Wald dahinter ....






Frühstück am Mülleimer



Mittagspause



Fühlt sich beim Spielen beobachtet




17. Oktober 2012


Der heutige Morgen war ganz schön besonders, denn eines der Pavianweibchen hat letzte Nacht ein Junges bekommen. Zu Beginn hat das Junge die Augen kaum aufbekommen, das pinke Gesicht noch ganz zerknautscht und wurde von den neugierigen Gruppenmitgliedern begutachtet. Ein paar Stunden später hat es dann aber schon neugierig um sich geschaut.







 

 

4. Oktober 2012

Den Pavianen ganz nah

Die Zeit scheint dahin zu fliegen und die Datenaufnahme geht ganz gut voran. Natürlich gehören Momente der Frustration auch dazu, vor allem wenn ich eine Paviangruppe "verliere", weil ich ihnen nicht schnell genug folgen kann oder sie irgendwo hin gehen, wo es für uns zu gefährlich wäre. Aber ich kann jetzt schon wesentlich besser über Mauern klettern  und den Pavianen im Wald folgen, wobei ich dabei immer wieder merke, wie unpraktisch die aufrechte Fortbewegung doch sein kann und es die Affen im Wald auf allen Vieren eindeutig einfacher haben.

Ich finde es immer noch unglaublich spannend so viel Zeit mit den Pavianen zu verbringen und habe das Gefühl jeden Tag Neues zu beobachten. Dabei sind es die kleinen Augenblicke, die mich beeindrucken, wie die Individuen miteinander umgehen, wie verschieden die Dynamiken in den einzelnen Gruppen scheinen und allzu verführerisch ist es ihr Verhalten zu vermenschlichen: die Neugier der Jungtiere, Säuglinge die sich von ihrer Mutter durch die Gegend tragen lassen, Kämpfe zwischen den Sub-adulten und den Erwachsenen. Von den erwachsenen Männchen habe ich immer noch sehr viel Respekt vor allem wenn sie gegeneinander kämpfen, sich dabei Anbrüllen, die Zähne zeigen, sich gegenseitig Bäume sowie Mauern hoch und runter jagen. Aber dann habe ich auch beobachtet wie eines der großen Männchen den einen Säugling von der Straße hebt, ihn zum Rasen trägt und ihm dort minutenlang das Fell pflegt, während der Säugling ganz vertrauensvoll auf seinem Schoß liegt.

So viel Zeit mit den Pavianen zu verbringen bedeutet allerdings auch die traurigen Momente mitzuerleben, so wie vor ein paar Tagen eines der Jungtiere von einem Auto überfahren wurde und mit anzusehen wie die Mutter ihr totes Junges von der Straße hob, es die folgenden Stunden mit sich umher trug, ihm immer wieder das Fell pflegte, hat mich sehr traurig gemacht. Dabei frage ich mich immer wieder, was Paviane wohl denken, was sie empfinden, wie sie genau miteinander kommunizieren, was sie Erinnern und wieviel Verstehen.



Jungtiere beim Spielen



Eine Paviangruppe bedient sich täglich an den Früchten einer kleinen Papaya-Farm, was für den Bauern enorme finanzielle Verluste bedeutet. Dieses subadulte Männchen frisst gerade eine dieser Papayas. Der Besitzer versucht die Paviane durch das Bewerfen mit Glasflaschen und dem Einsatz von Pfeil und Bogen von seiner Farm fern zu halten.



Dieses junge Männchen scheint von der Glasscheibe sehr faszinert zu sein.



Die Pavianbabies werden komplett schwarz geboren und nach ungefähr drei Monaten wechselt die Fellfarbe langsam zum Braun. Dieses Männchen ist gerade in der Übergangsphase was zu sehr lustigen Fellmustern führt.

 




26. September 2012

Ich habe heute mal meine Kamera mit genommen ...



Morgenliche Fellpflege



Die Frucht des Baobab-Baums war heute eindeutig das beliebteste Essen.




Weibchen mit zwei Tage altem Baby. Das Neugeborene ist noch ganz unsicher auf den Beinen und fast ausschließlich in Körperkontakt mit seiner Mutter.




Die Schwellung am Hinterteil des Weibchens zeigt, dass sie gerade am fruchtbarsten ist. Um seine Vaterschaft zu sicher, weicht ihr das dominanteste Männchen der Gruppe keinen Augenblick von der Seite. Die beiden entfernen sich auch für Stunden vom Rest der Gruppe.



16. September 2012

Nitafuta Manyani – Ich suche Paviane

Schon seit fast zwei Wochen ist der Colobus Trust mein neues temporäres zu Hause. Umgeben von einem Garten voller Affen sowie einem malerischen Strand samt Meer direkt vor der Haustür, läuft das Forschungsprojekt im Süden Kenias so langsam an. Der Colobus Trust ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dem Schutz von Affen verschrieben hat und liegt ungefähr eine Autostunde südlich von Mombasa in Diani Beach.
Diani Beach ist eigentlich nur eine Ansammlung  von Hotels und Restaurants, viele davon große Luxushotelanlagen, direkt an der Küste gelegen. Bis in die 70iger Jahre war diese Fläche noch von einem großen Wald bedeckt. Mit der touristischen "Entwicklung" mussten viele der Waldabschnitte Stück für Stück Hotelanlagen weichen, doch die verbleibenden kleinen Waldflächen sind immer noch Heimat von Affen wie dem Angola Stummelaffen (Colobus angolensis) sowie der Weißkehl-Meerkatze (Cercopithecus albogularis) und der Grünmeerkatze (Chlorocebus pygerythrus).


Angola Stummelaffe im Garten des Colobus Trusts

Paviane hingegen sind keine Waldtiere sondern eher in Savannen zu Hause, haben sich durch ihre flexible Ernährungsweise jedoch sehr gut an vom Menschen dominierte Gebiete angepasst. Mittlerweile gibt es vier Paviangruppen mit insgesamt mehr als hundert Individuen hier in Diani. Mit Eckzähnen so groß wie die von Löwen, sind ausgewachsene Pavianmännchen bei Nahrungsstreitereien eher auf der Gewinnerseite. So wachsen und gedeihen die Paviane in einer Umgebung von vielem leicht verfügbaren menschlichem Essen aus Küchen, von Buffets, aus Mülltonnen, von Feldern und Gärten prächtig, oft zum Ärger der hiesigen Bevölkerung und der Touristen, da Pavianen ihrer Größe, ihrem Appetit und ihren Eckzähnen entsprechend viel Schaden anrichten und auch gefährlich werden können.


Paviane, auch bei uns im Garten

In einem jährlichen Zensus erfasst der Colobus Trust die Anzahl an Pavianen, jedoch ist darüber hinaus kaum etwas über die Verbreitung der hiesigen Population bekannt. In den nächsten Wochen werden wir versuchen festzustellen wie groß das Territorium der einzelnen Paviangruppen ist und welchen Effekt der Zugang zu menschlicher Nahrung auf das Bewegungsmuster der Affen hat. Menschliche Nahrung zu bekommen ist mit weniger Aufwand verbunden als nach Früchten in Bäumen zu suchen und hat einen höheren Energiegehalt als Gräser oder Blätter. Deswegen sind die Paviangruppen in Mensch dominierten Gebieten oft größer und die Territorien kleiner als jene in der Savanne. Langfristig strebt der Colobus Trust an die Quellen menschlicher Nahrung für Paviane zu reduzieren, wobei es vor allem darum geht den Müll so zu lagern, dass er unzugänglich für die Paviane ist und Touristen davon zu überzeugen, dass sie die Affen nicht füttern dürfen.

Soweit die Theorie ... wie es in der Praxis aussieht werde ich ab morgen sehen, wenn es endlich mit dem Sammeln der Daten los geht.