Gedanken zum Naturschutz

Fidschi Alltag


Die Garteninsel
13. August 2014


Taveuni ist die drittgrößte Insel Fidschis und wird die Garteninsel genannt, weil die Pflanzen hier so üppig wachsen und Regenwald weite Teile der Insel bedecken. Ich war letzte Woche auf Taveuni, v.a. zum Tauchen. Es heißt, dass es am Regenbogen-Korallenriff einige der schönsten Tauchstellen Fidschis gibt, weil es direkt in der Somosomo-Straße liegt und die relativ starke Strömung Nährstoffe bringt. Beim Tauchen fühlte ich mich wie in einem Aquarium, umgeben von einer Vielzahl verschieden farbiger Weich- und Hartkorallen sowie unzähligen farbenprächtigen Fischen. Zu den Highlights gehörte die Orang-Utan Krabbe (2cm große, stark orange-behaarte Krabbe), ein riesiger Leopard-Drückerfisch (unter Wasser sieht zwar alles viel größer aus, aber dieser war mindestens 70cm lang, auch wenn Wikipedia was anderes sagt), Weißspitzen-Riffhaie, Riesenmuränen (die finde ich immer ein bisschen gruselig) und die Nasenmuräne (eine kleine leuchtend blaue Muräne mit gelben Kopf, die halb im Sand steckt und in die Kategorie ‚oh wie süß‘ gehört).

Ein 23-stündige Fahrt mit der Fähre trennt Suva und Taveuni.


Ich habe auch eine Wanderung ins Landesinnere der Insel gemacht. Zunächst ging es durch Obst- und Gemüseanbaugebiete und dann durch Regenwald auf 1000m Höhe.





Schmetterlinge an der Blüte eines Bananenbaumes.


Papageien


Frucht des Kakaobaumes. Die Samen können geröstet und zu Kakao gemahlen werden. Das Fruchtfleisch schmeckt lecker süßlich-fruchtig.


Blick aus 800m Höhe mit Vanua Levu am Horizont, die zweitgrößte Insel Fidschis.


An einem anderen Tag sind wir zu einem der Wasserfälle gewandert bzw. das letzte Stück geschwommen.


Bei Ebbe
11. August 2014


Riesenmuschel



Seesterne



Erste Begegnung mit Haien
3. Juli 2014

Das vergangene Wochenende habe ich auf Nananu-i-ra verbracht, einer kleinen Insel nördlich der Hauptinsel.

Dort war ich auch endlich Tauchen und bin zum ersten Mal an einem Schiffswrack getaucht. Es war ein kleines Schiff, so circa 40 m lang, dass ursprünglich Cargo transportiert hat. Jetzt liegt es seit 10 Jahren auf dem Meeresgrund und wird von Blasen-Korallen bevölkert. Wir sind auch durch die Kommandobrücke geschwommen, sehr spannend und ein Moment lang beklemmend.
Der zweite Tauchgang führte uns dann zu einem Korallenriff mit vielen verschiedenen Weichkorallen, leuchtend gelb und orange, sowie dunkelroten Fächerkorallen mit einen Durchmesser von mehr als einem Meter. Höhepunkt war dann meine erste Begegnung mit einem Hai, einem Weißspitzen-Riffhai. Ich habe leider keine Fotos davon, aber bei Wikipedia gibt es schöne Fotos. Der Hai war so 1,5m lang und ist gerade entspannt einer Gruppe von Fischen hinterher geschwommen. Ein paar Minuten später haben wir dann noch mal einen Hai gesehen, der still am Boden lag und, als er uns bemerkte, wegschwamm. Auf alle Fälle eine sehr besondere Begegnung.


Der One Strand am östlichen Ende von Nanu-i-ra.




Auf dem Dach Fidschis

20. Juni 2014

Fernab der bekannten Strände Fidschis, habe ich vor zwei Wochen einen Ausflug ins Landesinnere gemacht. Die Landschaft ist wunderschön und ich konnte noch mal mehr über die Kultur und das Leben in einem fidschianischen Dorf lernen.
Die erste Tageswanderung führte uns vom Dorf Naga ins Hochland.


Dann ging es entlang des Sigatoka Flusses zum Dorf Nabutautau. Dabei mussten wir mehrmals durch den Fluss waten, in Turnschuhen (ist auch voll schön stundenlang in nassen Schuhen zu wandern), und konnten uns bei einer kleinen Badepause im Fluss abkühlen – natürlich auch nur komplett angezogen.

Nach der 13 km langen Wanderungen wurden wir mit einer Begrüßungszeremonie im Gemeinschaftsraum des Dorfes empfangen, wo wir auch mit typisch fidschianischem Essen bewirtet wurden und die Nacht verbrachten. Die ersehnte Abenddusche fand in einem Bach statt, um die Warteschlange vor der Gemeinschaftsdusche abzukürzen (da hätte es auch nur kaltes Wasser gegeben).

Die größte Überwindung war am nächsten Morgen sich wieder die nassen Schuhe anzuziehen und dann ging es los auf die 21 km lange Wanderung auf dem Dach Fidschis.

Die Strecke wurde im Vornherein als „überwiegend bergabwärts“ beschrieben und doch ging es immer wieder auf die Spitze kleiner Anhebungen, bis wir schließlich den Fluss Ba erreichten und damit die langersehnte Abkühlung bei einem ausführlichen Bad. Die letzte Etappe war dann eine wunderschöne Strecke entlang des Flusses bis zum Dorf Navala.

Am letzten Tag haben wir uns das Dorf Navala angeschaut, das einzige Dorf Fidschis, indem die Häuser noch nach der traditionellen Bauweise errichtet werden.





Paddeln

14. Juni 2014


Vor zwei Monaten saß ich zum ersten Mal in einem Outrigger Paddelboot. Das sind Kanus, die auf der linken Seite eine Art „Arm“ haben, der über Holzpfahle mit dem Hauptteil des Bootes verbunden ist. Beim ersten Training hatte ich bei jedem Seitenwechsel Angst, das Paddel fallen zu lassen und nach drei Minuten taten mir die Oberarme weh - ein Zeichen dafür ist, dass die Technik ganz falsch ist, denn die Bewegung soll aus dem Bauch kommen!? Die letzten Wochen haben wir dann fleißig trainiert, ich habe langsam die Paddeltechnik verstanden und den Seitenwechsel hinbekommen. Und heute war der Tag des Wettkampfes: Über 30 Teams aus Arbeitskollegen von verschiedenen Firmen und Nichtregierungsorganisationen sind bei Regen und starkem Wind gegeneinander angetreten. Wir hatten natürlich keine Chance gegen Teams, die ausschließlich aus Leuten bestanden, die das ganze Jahr lang Paddeln in Vereinen trainieren und gegen kräftig gebaute Fidschianer sahen wir auch eher lütt aus. Aber wir hatten sehr viel Spaß und dabei sein ist alles!

So sah das Gewinner-Team aus, die Paddler von SPC (Sekretariat der Pazifischen Gemeinschaft, eine überregionale zwischenstaatliche Organisation).




Vom Winde verweht

10. Juni 2014

Im Süden der Hauptinsel Viti Levu liegt der einzige Nationalpark Fidschis – die Sanddünen von Sigatoka. Über Millionen von Jahren wurden die Sedimente, die vom Sigatoka Fluss ins Meer gelangen, durch die Meeresströmung an die Küste getragen und vom Wind zu Dünen geformt. Dieses Areal erstreckt sich 5km entlang der Küste und ist gerade mal 1km breit, bietet aber einen tollen Blick und einen wunderschönen farblichen Kontrast zwischen den sandfarbenen Dünen und dem tiefblauen Meer.
Da die Dünen entlang der Küste instabil sind, kommen immer wieder Keramiken und Gebeine zum Vorschein. Bei Ausgrabungen wurde Tonware von vor mehr als 2600 Jahren entdeckt und eines der größten Grabstätten im Pazifik.

In den 60iger Jahren wurden Mahagoni Bäume am nördlichen Ende der Dünen gepflanzt, um die Ausbreitung der Dünen zu stoppen, die regelmäßig dazu führte, dass die Küstenstraße (und wichtigste Straße Fidschis) unbefahrbar wurde und jährlich ausgebaggert werden musste.




Delfine und Berg Tova

28. Mai 2014

Ich habe am Wochenende einen tollen Ausflug zur Ostküste Fidschis gemacht, wo das Dorf Natalei eine Eco-Lodge betreibt. Das Foto fasst meine Erlebnisse sehr gut zusammen: Ich konnte Delfine sehen, war am "Mond Korallenriff" schnorcheln und bin zur Spitze des Berges Tova (650m) gewandert bzw. geklettert.
Weitere Fotos sind in der Bildergalerie!

Die Delfine gehören zur Art Ostpazifischer Delfin und das besondere ist, dass sie in die Luft springen und sich dabei drehen, weswegen sie im Englischen auch "Spinner dolphins" heißen.


Der Blick vom Berg Tova hinunter zur Küste und ins Landesinnere war beeindruckend und mir ist nochmal bewusst geworden, dass ich tatsächlich auf einer Insel bin.




Fidschi und die Demokratie

17. Mai 2014

Im September stehen Wahlen an, die ersten seit dem Militärputsch 2006 und damit soll Fidschi wieder den Weg der Demokratie beschreiten. Bereits 1987 gab es zwei Putsche und einen weiteren im Jahr 2000. Grund dieser politischen Unruhen ist ein tiefsitzender Konflikt zwischen den ursprünglichen fidschianischen Einwohnern und den Nachkommen der indischen Arbeiter, die von der britischen Kolonialmacht am Ende des 19. und Beginn des 20. Jahrhunderts nach Fidschi geholt wurden, um auf den Zuckerrohrplantagen zu arbeiten.

Nachdem letztes Jahr eine neue Verfassung verabschiedet wurde, hat die Wahlkommission in den letzten Wochen den Termin für die Wahlen bekannt gegeben sowie die Regeln nach denen gewählt werden soll. Seit dem haben sich die Beziehungen ins Ausland merklich verbessert und vor einigen Wochen haben der derzeitigen fidschianische Premierminister, der den Militärputsch 2006 anführte, und die australische Auβenministerin sich zum ersten Mal getroffen.

Während sich die Beziehungen mit dem Ausland entspannen, wird die Situation in Fidschi zwischen den Vertretern der politischen Parteien und verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen zunehmend angespannt. Da ich erst seit kurzer Zeit hier bin, kann ich die politische Situation nicht beurteilen. Stattdessen eine lose Zusammenreihung von Geschehnissen, basierend auf Erzählungen und Meinungen von Kolleginnen, sowie Berichten von hiesigen und internationalen Journalisten.

  • Der Anführer des Militärputsches und derzeitiger Premierminister ist Mitte März aus der Armee ausgetreten, um eine eigene Partei zu gründen und somit für das Amt des Premierministers kandidieren zu können.
  • Im März wurde der ehemalige Premierminister, der 2006 aus seinem Amt geputscht wurde, verurteilt, weil er ausländische Konten nicht angegeben hatte. Im Januar wurde ein Gesetz verabschiedet, welches Menschen, die innerhalb der letzten acht Jahren (glaube ich) gerichtlich verurteilt wurden, verbietet bei den Wahlen anzutreten.
  • Die Wahlgesetze beinhalten eine Richtlinie, die Nichtregierungsorganisationen, die Geld von ausländischen Geldgebern bekommen, verbietet Aufklärungsarbeit zur Wahl oder zu Wahlthemen zu leisten. Zuwiderhandlung führt zu hohen Geldstrafen und/ oder zehn Jahren Haft.
  • Gewerkschaftsmitglieder dürfen sich erst dann zur Wahl stellen, wenn sie ihr Amt in der Gewerkschaft niederlegen.
  • Der Attorney General, der oberste Rechtsberater der Regierung, der gleichzeitig Minister für Wahlen ist, ist Generalsekretär der neu gegründeten Partei Fiji First, an deren Spitze der derzeitige Premierminister steht.
  • Bei einem Mitarbeitertreffen des fidschianischen Fernsehsenders äußerte ein langjähriger Mitarbeit, dass der Sender auch über die Standpunkte der oppositionellen Parteien berichten sollte. Innerhalb von 24 Stunden wurde er entlassen.




Rugby

24. März 2014

Als ich gestern 14 Minuten lang Menschen aus allen Richtungen jubeln hörte, wurde mir klar worüber der erste Eintrag hier sein sollte – Rugby. Schon in Neuseeland bin ich der Rugby-Euphorie begegnet und habe mir sogar ein Spiel live angeschaut. Als wir Samstagabend in einer Bar waren, in der natürlich Rugby lief, musste ich allerdings wieder feststellen, dass ich das Spiel immer noch nicht verstehe. Soviel kann ich jedoch berichten: In Japan wird gerade ein Turnier der 7er-Rugby World Series ausgetragen. Samstag habe ich gelernt, dass die 7 sich auf die Spielzeit bezieht – zwei Mal 7 Minuten. Oder es bezieht sich auf die Anzahl der Spieler, auch 7. Und Fidschi hatte an den Abend gegen Samoa gewonnen, das habe ich auch mitbekommen. Die Turnierserie besteht aus neun einzelnen Turnieren und der Blick in die heutige Zeitung verriet, dass Fidschi das Turnier gestern in Japan gewonnen hat, was den Jubel und die Feuerwerkskörper am gestrigen Abend erklärt.

Laut Wikipedia hat Fidschi diese Turnierserie in der Saison 2005/06 zuletzt gewonnen, in den letzten 14 Jahren hat Neuseeland die Turnierserie allerdings 11 Mal gewonnen. Die gestrige Niederlage Neuseelands wurde in der Zeitung damit erklärt, dass diesmal kein Fidschianer im neuseeländischen Team mitspielte (für das neuseeländische Team rekrutiert zu werden scheint der Traum vieler fidschianischer Rugby Spieler zu sein).



Dass Rugby ein wichtiger Teil des Lebens hier ist, merkte ich zu aller erst daran, dass in der Zeitung ständig der Name Ben Ryan fiel, ohne nähere Erläuterung, wer er denn sei. Ben Ryan ist der Trainer der 7er-Rugby Mannschaft, was hier offensichtlich zum Allgemeinwissen gehört (beim Namen des Premierministers wird dazu geschrieben, dass er der Premier ist).

Fiji ist jetzt auf Platz drei der Turnierserie und alle fiebern dem nächsten Turnier am Wochenende in Hong Kong entgegen. So meinte meine Kollegin heute, ich müsse unbedingt die Spiele am Wochenende schauen und fragte, für welches Team ich denn sei, da Deutschland ja nicht mitspielt – Fidschi natürlich. In diesem Sinne … Go Fiji, go!